Benjamin Breitkopf


Benjamin Breitkopf, geboren 1986 in Donaueschingen (D), ist Filmemacher und Medienkünstler. Nach einer Ausbildung beim SWR in Baden-Baden studierte er Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Breitkopf als Dozent tätig. Er dokumentiert weltweit Alltagsszenen und gesellschaftliche Phänomene, die er als raumgreifende Installationen, Projektionen im Stadtbild und Fotografien ausstellt. 2017 gewann er gemeinsam mit dem Künstler Trond Ansten den "New Cosmos of Photography Award" von Canon, der in Tokio überreicht wurde. Breitkopf lebt in Karlsruhe und arbeitet überall.

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Kunstwerke

o. T.
36x24 cm, 560€

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Ausstellungen von Benjamin Breitkopf

Videos

Vis a Vis

Film und Schnitt Martin Mannweiler, Szenerie und Support Sebastian Heck, Interview Norina Quinte

„IM ALLTAG STECKT ALLES DRIN“ 

ÜBER DEN KÜNSTLER BENJAMIN BREITKOPF


von Norina Quinte


Benjamin Breitkopf ist Sammler, doch nicht von gegenständlichen Objekten. Ihm geht es um das Sammeln von Momenten und Augenblicken. Als Filmemacher und Medienkünstler bedient er sich der Kamera - Arbeitswerkzeug und ständiger Begleiter. In den letzten Jahren sind hunderte – gar tausende – Szenen, zum einen analog auf Fotofilm, zum anderen Digital als Bewegtbild, von ihm festgehalten worden. 


„Im Alltag steckt alles drin“ so der Künstler bei einem Gespräch. Er schildert Bilder, die ihn faszinieren, vorwiegend Alltagsszenen wie zum Beispiel Aufnahmen einer Gruppe Müll sammelnder Männer in Mexiko. Die (aus westeuropäischer Sicht) als niedere Tätigkeit empfundene Arbeit transformiert Breitkopf behutsam in Kompositionen, die den Stolz der Männer und die Schönheit der Szenerie in den Vordergrund treten lassen, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu vernachlässigen. 

Wer bei Breitkopfs Beobachtungen stets Portraits menschlicher Personen erwartet, liegt falsch. Vielmehr geht es ihm um die Analyse von Gesellschaften und dem Umfeld in dem Leben und menschliche Begegnung stattfindet. In seiner Arbeit Fernsehserie ausgesetzt dokumentiert der Künstler von ihren BesitzerInnen vor Wohnhäusern abgestellte Fernsehapparate. Die automatisch bei den BetrachterInnen aufkommenden Frage nach dem „Warum (steht da ein Fernseher)?“ eröffnet Raum für den von ihm erwünschten Dialog zwischen Bild und Rezipient. Das Motiv des ausgesetzten Fernsehers macht Breitkopfs Auseinandersetzung mit Medien sichtbar, er hinterfragt das Verfallsdatum der Technologien und verweist mitunter auf die Absurdität der sich ständig erneuernden Bildmedien. 

In seinen neuesten Arbeiten bedient sich Benjamin Breitkopf der Stadtkulisse selbst als Bildträger. Von ihm gesammeltes Bildmaterial projiziert er auf Häuserfassaden, Denkmäler oder verlassene Gegenden, wodurch verschiedene Dimensionen wie Zeit (der Moment der Aufnahme & der Moment der Projektion) und Ort (der Ort der Aufnahme & der Ort der Projektion) eine Überschneidung erfahren. 

Diesen Prozess der Projektion wiederholt der Künstler mehrfach und verzichtet bewusst auf eine lineare Erzählung, sodass durch die Vielschichtigkeit und Überlagerung den BetrachterInnen Assoziationsfreiraum gewährleistet wird. Eine Straßenszene aus Tokio projiziert Breitkopf zum Beispiel auf ein kommunistisches Denkmal in Bratislava, was er wiederum (ab)filmt. Diese Aufnahme zeigt er an einem weiteren, dritten Ort, in einer anderen Stadt usw. Schicht für Schicht komponiert er auf diese Art und Weise poetische und humoristische Brüche, die nicht selten auch Irritationen der Sehgewohnheit hervorrufen und die Frage nach einer vermeintlichen Wirklichkeit thematisieren. 

Mit seinen sogenannten „Lichtgraffiti“ macht Breitkopf auf Winkel und Ecken aufmerksam, die gewöhnlich eher selten wahrgenommen werden. Verlassene und unbespielte Orte sind für ihn besonders interessant, da diese anhand seiner filmischen Eingriffe – im wahrsten Sinne des Wortes – in neues Licht gerückt werden. So reflektieren die BetrachterInnen von seinen Werken nicht nur ihren Standpunkt gegenüber den gezeigten Bildinhalten, sondern auch ihre eigene Positionierung innerhalb des Stadtbildes und der Gesellschaft die sie umgibt. 

Vita

01. April 1986

geboren in Donaueschingen

Ausbildung

2014

Medienkunst bei Prof. Isaac Julien & Ludger Pfalz | Hochschule für Gestaltung | Karlsruhe

2009

Ausbildung zum Mediengestalter | SWR | Baden-Baden

Preise

2017

„New cosmos of photography 2016“ von Canon | Grand Prize | Tokyo (JPN)

2016

„New cosmos of photography 2016“ von Canon | Honorable-Mention-Award | Tokyo (JPN)

Einzelausstellungen (Auswahl)

2015

"Die Antwort" | Kunstverein Letschebach | Durlach

2014

"Once you have no horse" | Alter Schlachthof | Karlsruhe "OWL Stripes – Werders Wohnzimmer" | Bento | Karlsruhe

2011

"5 Fotografen 5 Tage" | Gallery Schöne Aussichten | Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2017

"New cosmos of photography" | Photographic Art Museum | Tokyo (JPN) "UND #9" | Dragoon Barocks | Karlsruhe "European Theatre Convention – Digital innovation in theatre" | ZKM | Karlsruhe

2016

"New cosmos of photography" | Photographic Art Museum | Tokyo (JPN) "Pop me" | Orgelfabrik | Durlach

2015

"Los Gigantes no Existen" | Altere Galeria | Mexico D.F. (MEX) "Prime Time Privacy" | Morelos Offspace | Mexico D.F. (MEX) "Beyond 3D", ZKM, Karlsruhe

2014

"Eliptica_II" | Public spaces | Panama City (PAN)

Kinematographie

2016

"Schattenseiten" ft. Igor | Musikvideo (8min) (FRA)

2015

"17 toner hvitt" | Arctic epos (27min) | by Trond Ansten (NOR)

2014

"Once you have no horse then you do not know the way" | Filmischer Aufsatz auf drei Leinwänden (22min) (UKR)

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Kunst ist Idee und das heißt Kunst ist nicht immer ein handliches Gemälde, das man sich ins Wohnzimmer hängen kann.

Wir wollen zu gleichen Teilen Ideen und künstlerische Visionen fördern, auch wenn sie nur schwer verkäuflich sind.

Dafür haben wir die Funktion „Unterstützen“ entwickelt. Zu einem Preis ab 50 € kann man Gegenstände (wir nennen sie „Atofakte“) der KünstlerInnen erwerben. Das Prinzip erinnert an Crowdfunding, nur dass es bei ato.black keinen Zielwert gibt, der für ein erfolgreiches Funding erreicht werden muss. Jeder Beitrag zählt. Damit ato.black die Abwicklung finanzieren kann, gehen 15 Prozent an ato.black, der restliche Betrag an die KünstlerInnen.

Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage den von Ihnen gewünschten Betrag (ab 50 €) an.

Atofakte