Peter Piek


Peter Piek ist Maler, Multiinstrumentalist, Performancekünstler, Denker und Autor. Er wurde 1981 in Chemnitz (ehem. Karl-Marx-Stadt) geboren. Von 2002 bis 2006 besuchte er die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Parallel gründete er mit Michael Goller das unabhängige Malereistudium Malfront. Auf mehrmonatigen Reisen durch die USA, China und Europa spielte er zahlreiche Konzerte und stellte in über 30 Ländern aus. 2000, 2002 und 2004 gewann er die Jugendkunstbiennale. Seine Malereien berühren seine Betrachter*innen durch die intensität der Farben und der Komposition seiner Bildebenen. Malerei bezeichnet Piek als Schaffensprozess per se, unabhängig davon ob er sich malerisch, musikalisch oder schreibend ausdrückt. Peter Piek lebt in Leipzig und arbeitet überall. 


Kunstwerke

Zwei Köpfe
2002, 42 x 25,7 cm , 300€

Zwei Köpfe
2002, 37,3 x 29,5 cm , 240€

Mund
2017, Ca 140 x 110 cm, 1400€

Kuss
2017, ca. 140 x 170 cm, 2000€

KLANGFARBE PIEK

ÜBER DIE ARBEIT VON PETER PIEK


Von Norina Quinte


Peter Piek ist Maler, Multiinstrumentalist, Performancekünstler, Denker und Autor. Wem das doch etwas viel erscheinen mag, ist seiner Arbeit noch nicht begegnet. Denn wer mit dem Werk des 1981 in Chemnitz geborenen Künstlers vertraut ist, wird schnell merken, dass das Eine ohne das Andere in seiner Welt nicht existieren könnte. Piek studierte von 2002 bis 2006 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, laut ihm: „ (…) nicht das allerdümmste was man machen kann. Aber so ähnlich.“ (Zitat Piek, in: „Die Puppenspieler“ Goller und Piek, 2007). 


Seine Erfahrungen als Kunststudent spielen in einigen seiner Schriften durchaus eine Rolle. Zudem setzte er sich, gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Michael Goller, mit der Frage auseinander, inwiefern Kunst überhaupt studiert werden kann. So gründeten die beiden 2003 die unabhängige Künstlerinitiative Malfront. Malfront etablierte sich zu einem selbstauferlegten Malereistudium, dass das nicht wenig anspruchsvolle Ziel verfolgte, die Malerei erneut von der Malerei zu befreien.

Wie nähert man sich einem solchen Vorhaben? In der Welt von Goller und Piek, indem man sich gegenseitig über 8 Trimester lang Aufgaben stellt. Themen des in Grund-, Mittel- und Hauptstudium unterteilte Studiums waren beispielsweise „die Serie“, „hässlich malen“ oder „schwarz weiß“, woraus beeindruckende dialogische Bildserien entstanden. 


Der oftmals als Querschläger wahrgenommene Peter Piek, gewann auf diesem Weg künstlerisches (selbst-)Vertrauen und lernte dabei, sich und seiner Arbeit ästhetisch, akkustisch und inhaltlich treu zu bleiben. 2007 schreibt er „Inzwischen fasse ich es als Kompliment auf, mit meiner Malerei zwischen unfreien, starren, unbewegten und ängstlichen Kunsterstickern unangenehm aufzufallen“ (Zitat Piek). Nicht unbedingt selbstverständlich, diese Sicherheit – behauptete doch Neo Rauch einmal, sein Bild (Pieks) wäre so schlecht, dass es kein Bild sei... 

Diese Anekdote führt zu einer simplen Frage: 

(Wieso) Provoziert Peter Piek mit seinen Farbwelten? Seine Präferenz zu bunten Farben und übereinandergelagerten Elementen mutet doch fröhlich, geradezu spielerisch an. Keine bösen Aussagen, keine schockierenden Darstellungen, keine Pimmel, keine Muschis, keine politischen Parolen. Im Gegenteil: Sie sind schön und sie berühren seine Betrachter*innen durch ausgewogene Komposition. Sind reine Farben und Flächen im 21. Jahrhundert tatsächlich noch fähig zur Provokation? Stört etwa, dass Piek offensichtlich noch zu den Vertreteren des „L'art pour l'art“ gehört – also Kunst um der Kunst willen – und Kunst als völlig freies und selbstreferentielles Medium erklärt? 

Oder provoziert an Pieks Werk seine Freiheit? Oder seine absolute Konsequenz? Macht sie gar neidisch?


Konsequent ist er nämlich in allem was er tut, so scheint es.

In seinen älteren Arbeiten der frühen 2000er Jahre findet sich bereits angelegt, was seine Künste heute beinhalten. Das Experiment mit Form und Farbe, rythmisches Spielen mit Elementen und Ebenen, der freie und gestische Strich...

Seine Malereien entstehen aus der inneren Notwendigkeit heraus, vielmehr aus der Unmöglichkeit heraus, sie nicht zu realisieren. Und bei Piek muss, wie bereits angedeutet, vieles realisiert werden: 


Sein Kosmos umkreist die Felder der Literatur, der Bilder und natürlich auch der Töne. 

Seine Sprache besticht durch eine feine Beobachtungsgabe, Wortwitz und Humor. In seinen Schriften, die sich im (selbsternannten) Art-Fiction Genre verorten lassen, ist Peter Piek in verschiedenen Zeiten Zuhause. Die Neue Welt (2009), eine Geschichte die das Aufeinandertreffen von 12 Farben und zwei Malern auf einem Raumschiff erzählt, umkreist Fragen an die Zukunft und den Zustand der (Kunst-)Welt. Eine empfehlenswerte Lektüre.


Anders verhält es sich im Bereich der Musik und der Malerei; hier geht es dem Künstler um seinen persönlichen zeitlichen Idealzustand: dem Jetzt. Hiervon gibt es nämlich prinzipiell zu wenig. Wo Vergangenheit und Zukunft ständig besprochen und bearbeitet werden, ist die Auseinandersetzung mit dem Jetzt ein schwieriges Unterfangen. Diesem Jetzt räumt Peter Piek in seiner Musik, wie auch in seiner Malerei Platz ein. In Über Zeit und Malerei schreibt er bereits 2007: „Musik ist das wunderbarste Spiel mit der Zeit. Als ob man mit der Zeit selbst Schach spielt. Das beste daran ist: bei diesem Spiel gibt es keinen Gewinner. (…) Dazu kommt noch, dass ich mich vor langer Zeit in Farbe verliebt habe.“ Auch wenn sich die Zeitlichkeit von Bild und Ton voneinander unterscheiden mögen, gelingt es Piek in seiner Kunst das Ohr und das Auge auf ein ganzheitliches Erleben, also auf einen Jetzt-Moment, oder grundsätzlich auf die Zerstörung von Zeit, einzustellen. „Nicht zuletzt um die Zeit zu überwinden arbeiten wir Künstler. Einige von ihnen haben es geschafft. Auch wenn die Zeit das vermutlich lächerlich finden wird.“ (Zitat Piek, 2012)


Bestehen seine Farb- und Klangfelder zwar jeweils aus Fragmenten (verschiedene Rythmen, Instrumente, Formen, Farben), sind sie doch nur in ihrer ungeteilten Gänze vollständig wahrnehmbar. „Das Bild ist ein Song ist ein Bild“, sagt Piek 2007, um auf die Wechselwirkung zwischen seinen Künsten zu verweisen. Seine ineinander verwobenen „Musikbilder“, geben keine direkte Leserichtung vor und klingen u.a. durch die Möglichkeit sie beliebig zu drehen, immer anders, ohne aber dabei ihre eigene Identität zu verlieren. 


Der Ton bleibt zwar der Ton und das Bild bleibt das Bild, aber das Jetzt erfährt eine Veränderung und wird somit tatsächlich frei


Frei. Sein. Jetzt.

Pieks Essenz – bei allem was er tut. 


Ausstellungen von Peter Piek

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