VERLÄUFE

Über die Arbeit der Künstlerin YOTTA KIPPE

Ein Beitrag von Norina Quinte



Die Arbeiten der Künstlerin Yotta Kippe, 1971 in Hamburg geboren, bauen ästhetisch wie auch inhaltlich aufeinander auf. So stellen die wache Betrachterin und der wache Betrachter fest, dass bereits ihre Farbpalette eine deutliche Sprache spricht: weiß, grau, fast-schwarz und das in allen vorstellbaren Nuancen. Durch die Abwesenheit bunter Farben, wird der Blick bei Kippes bisherigen Werken auf Inhalt und Form gelenkt. Doch – eine weitere Stärke ihrer Arbeiten – beide sind per se nicht endgültig greifbar, verschwimmen durch ihre gezeichneten Bewegungen. 


Was genau ist damit gemeint?


Yotta Kippe ist eine Künstlerin der Verläufe. Dieser Begriff könnte die Möglichkeit eröffnen, sich an die Besonderheit ihrer Arbeiten heranzutasten.


Verlauf I:

Ausgangspunkt vieler ihrer Arbeiten bilden Selbstportraits der Künstlerin. Nahaufnahmen ihres Gesichts, begrenzt auf Mund, Nase und Augen. Zwar bedient sie sich des persönlichsten Motivs – dem Selbstbild – löscht aber im Prozess der digitalen oder analogen Weiterbearbeitung dieses private Element wieder aus. Yotta Kippe überführt also das Private in das Anonyme und das Universelle. Übrig bleibt lediglich die Ahnung eines intimen Moments.